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29/01/2017

Am 21. Jänner 1793 hatte man nicht nur ein Verbrechen begangen, sondern auch ein Sakrileg, denn man hatte die Hand gegen den von Gott Gesalbten erhoben !

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Jahrestag des Gedenkens an König Ludwig XVI in St. Denis.

Dieser Textausschnitt aus dem Johannesevangelium (Joh. 6, 37-40), den wir gerade gelesen haben, ist Teil der berühmten Rede über das Brot des Lebens. Wenn es also hier nicht die Verheißung auf die Auferstehung und das ewige Leben heraushört, also diese eigentliche Brotverteilung, denn es ist erklärtermaßen der verklärte Leib Christi, der aber trotzdem Fragen aufwirft, wenn man die letzten Reaktionen vieler seiner Hörer kennt. Jesus sagt wahrhaftig, denn ihr habt es gehört : « Der Wille dessen, der mich gesandt hat, ist dass keiner von jenen, die er mir anvertraut hat, verlorengehe ». Aber am Ende heißt es da : Jesus sah, dass einige seiner Jünger weggingen, da sie vor dem Geheimnis des vom Fleisch des Menschensohnes essen aufgaben. Vor Gott sind natürlich diejenigen verloren, die dem Glauben das Herz verschließen. Aber vor den Menschen, und wer weiß, ob wir nicht dazugehören, ist es Jesus, dem sie verlorengingen durch seine schwer zu tragende Rede ! Alles Menschliche kommt hier hervor, hinsichtlich seiner spirituellen Verantwortung bei der Verkündigung der Wahrheit, die spaltet und der ablehnenden Haltung der Welt.

Couple.JPGUnsere Könige von Frankreich hatten eine geistige Verantwortung als Statthalter Gottes auf Erden über ihre Untertanen. Sie wussten, dass Gott von ihnen Rechenschaft verlangen würde, wie auch über ihr eigenes Verhalten. König von Gottes Gnaden sein bedeutete nicht, dass der Gesalbte vorm Herrn besser dastand oder mehr Recht hatte. Im Gegenteil. Er musste der demütigste und größte Sünder vor Gott sein, der immer viel von jenen erwartet, denen er viel geschenkt hat. Unsere Könige, die man « überaus christlich » nannte, wussten darum und dass sie das liebste vor Gott erhalten hatten : die älteste Tochter Seiner Kirche, Frankreich. Und König Ludwig XVI, für den wir heute beten, indem wir seiner gedenken, war sich dessen mehr als alle anderen bewusst, denn er opferte sein Leben, um seiner Bestimmung als Hirte, auf dass niemand verlorengehe, gerecht zu werden! Und das ganz besonders in dieser geistigen Rolle des Königs, die ich Ihnen in Erinnerung rufen möchte. Erinnern wir uns zuerst daran, dass in dieser Zeit eine Gesellschaft ohne Gott nicht vorstellbar war, abgesehen von den Philosophen der Aufklärung und ihre Anhänger und dann noch ein paar Übervorsichtige, die sich hinterm Deismus verbargen, indem sie ein der neuen Welt angepasstes Christentum fabrizierten, das sie erwarteten; ich wird darauf zurückkommen; während andere rundheraus ihrem Atheismus nachhingen ! Aber das betraf nur wenige, die zwar einen gewissen Einfluss ausübten, aber nicht genug um maßgebliche Leute zu beunruhigen. Das war die Meinung Ludwigs XVI wie auch Malesherbes bis zum Ende der Geschehnisse von 1789. Am Beginn seiner Herrschaft im Jahr 1774 hatte weder der eine noch der andre, obwohl sie sehr um die Probleme im politischen, wirtschaftlichen und sozialen Bereich bekümmert waren, die religiöse Krise kommen sehen mit der Deklaration der Menschenrechte von 1789 und der Zivilverfassung der Geistlichkeit von 1790. Erst da begriff der König den antikatholischen Hass in seinem Ausmaß in gewissen Kreise seiner Untertanen, insbesondere jener, die in der verfassunggebenden Versammlung saßen. Das war für viele neu! Zeugen der Debatten über die zivile Verfassung beschrieben, dass sie den Eindruck hatten, bei einem Konzil dabeizusein. Der Abgeordnete Camus gallo-Jansenitischer Gesinnung hatte gewagt zu sagen: « in der Nationalversammlung haben wir die Macht die Religion messe.JPGzu wechseln, aber wir werden es nicht tun ! ».

Und das hat man dann auch gemacht, indem man einfach die Autorität des Papstes abgeschafft hat ! Ludwig XVI hatte das als guter Katholik auch klar gesehen, dass man damit Wesentliches veränderte ! Das war für ihn auch ein Anlass über das Vergangene nachzudenken, die Wahl seiner Fachminister, besonders Turgot, danach seine Überwerfung mit ihm, einem aufklärerischen Physiokraten, Liebkind von Voltaire. Ja, das wovor der König seine Herde nun schützen musste; es war in Wahrheit eine ansteckende Krankheit, an der Frankreich nunmehr bereits jahrzehntelang litt, die durch die Schriften der Philosophen der Aufklärung, darunter Jean-Jacques Rousseau als umtriebigsten Repräsentanten. Letzterer war weit entfernt von Voltaires Beleidigungen und beseitigte das Christentum auf die sanfte Art. Er wollte eine zivile Religion, die sich von den Regierungen als Werkzeug benutzen ließ, ohne Mysterium, ohne Dogmen, nichts von alledem Gesicherten ! Unsterblichkeit der Seele ? Warum nicht ? Aber nichts Gesichertes, und vor allem Versprechungen an alle, um sich an religiösen Geboten zu stoßen, die dorthin zu gelangen vorgaben, und die dieser verhassten Einrichtung, die die katholische Kirche, und deren Stellvertreter, der König von Frankreich ist, oder durch seine Krönung zum « auswärtigen Bischof » zugleich zuviel Macht verliehen. Man muss hier einen Augenblick verweilen, um die volle Bedeutung des Verbrechens vom 21. Jänner 1793 begreifen zu können.

Erinnern wir uns zuerst einmal, denn das ist sehr wichtig, dass die Krönunszeremonie nicht durch den König erfolgte. Von Anfang des Erscheinens der ersten Capets kam der König zu dieser Ehre erst mit dem Tod seines Vorgängers ! Die Könige waren also zu keiner Zeit ausgestorben in Frankreich ! « Der König ist tot ! Es lebe der König. » Dieser Ruf als Ritual beweist es ! Man hörte ihn nicht bei Ludwigs X Ableben, des ältesten Sohns Philips IV, des Schönen, denn er hatte keinen männlichen Nachkommen und es gab im Grunde nur das gesprochene salische Recht ! Diese monde.JPGwichtige Angelegenheit wirft Licht auf die Aktion Johannas von Orleans, der Schutzpatronin Frankreichs. Erst am Ende der Regierungszeit von Karl VII wurde dieses Gesetz schriftlich festgehalten. Männliche Nachfolge durch Primogenitur auf männlichen Machthaber. Als sich Ludwig XVI seine Freiheit als König beraubt schwante, und er sich nach den Oktobertagen als Gefangener in Paris befand, wem vertraut er sich da in seiner « Sorge » um die Königswürde an ? Am 12. Oktober 1789 an den spanischen König Karl IV, in der Diplomatensprache seinem Bruder, aber durch Familienbande « sein Onkel » (er stammte von einem Enkel Ludwigs XIV und Ludwig XVI von einem Urenkel !). Das hielt er auch schriftlich in seinem Einspruch folgendermaßen fest : « Ich habe Ihre Majestät als Chef des zweiten Familienzweigs erwählt, um den feierlichen Einspruch in Ihre Hände zu legen, den ich gegen den Gewaltakt gegen meine königliche Autorität erhebe, die mir seit 15. Juli diesen Jahre durch Gewalt entrissen ist, und zugleich meine Versprechen aus der Erklärung vom vorigen 23. Juni zu erfüllen ». Verstehen wir diesen Schritt recht ! Er bedeutet zweierlei : einige der Akte des Königs können nicht mehr automatisch als Folge seiner Machtausübung eingestuft werden. Er bedeutet aber auch, dass Ludwigs XVI Anspruch, der ältere Familienzweig zu sein im Falle dessen Verschwindens sowie seines Sohns, seiner Brüder und Nachkommen der Ruf « vive le Roi » nach Spanien ergehen kann, das kein Ausland ist im Sinne des salischen Gesetzes des Erstgeborenen, sondern aufgrund der Familienbande, die höher stehen als das höchste Pyrenäengebirge, zuerst einmal das gelobte Land ist ! Jener der aus der « überaus christlichen » Dynastie stammt, und als Katholik angesehen wird, ist besser platziert als einer, der dem Grundgesetz der Reichsidee mehr entspricht. Denn wir, die anderen Franzosen gehen vor, die als einendes Symbol diese « unsichtbare » Krone erhalten haben, die von Menschenhand unabhängig ist, da es sich um königliches Geblüt handelt ! Es gibt also immer einen König in Frankreich, auch wenn er die Macht nicht ausübt. Ludwig XVI hat es uns gezeigt ! Um unsere Gedanken über die Krönung weiterzuspinnen, muss man sich das über die Krone eben Gesagte vor Augen halten.

Sans titre.JPGDie Kirche macht während des Krönungsvorgangs nur öffentlich, was dies Königs ist. Jedoch hat sie ihn vor diesem feierlichen Akt schon gekrönt. Er bleibt somit im Laienstand, aber ist an der Grenze des bischöflichen Priesterstands. Die Liturgie der Messfeier mit ihm ist dabei vielsagend ! Er lässt das Evangelium nach der Lesung durch einen Diakon oder jemanden anderen würdigen Vertreter küssen ! Er küsste das Korporale ! Während der Krönungsmesse kommuniziert er unter den beiden Gestalten. Mangels Transsubstantiation wandelt er das kranke Fleisch der Krätze und heilt es. Somit geschieht am 21. Jänner 1793 nicht nur ein Verbrechen, sondern auch ein Sakrileg, denn man hat die Hand gegen den Gesalbten Gottes erhoben ! Alles in Seiner Nähe, denn der König ist Ihm nie gleich, sondern bleibt den Gesetzen der Kirche unterworfen, was für ein Landsmann seines Reiches er auch wäre ! Was die unselige Angelegenheit der Zivilverfassung der Geistlichkeit anlangt, so gehorcht Ludwig XVI dem Bischof, der ihm abrät zu kommunizieren, denn seine Unterschrift wäre Stein des Anstoßes ! Aber seien wir uns im Klaren, dass bei dieser Gaunerei hatten viele die Hand im Spiel, angefangen bei Papst Pius VI, ansonsten ein bemerkenswerter Mann, aber altersschwach und zugänglich für Einflüsse aller Art ! Ich sag es nicht gerne, aber er war gegenüber dem König nicht deutlich, wenn man sich seinen ganzen mahnenden Brief vor der Verurteilung im Jahr 1791 vor Augen hält. Aber vor allem zögerte er zu lange mit der Antwort hinaus ! Und wie auch bei anderen Entscheidungen der Geschichte der Kirche war die Stunde Roms nicht jene von Paris ! Der Nuntius war übrigens derselben Meinung wie der König ! Alle gute Katholiken waren offenbar gegen diesen Text, aber der Hausverstand verlangte eine rasche Unterzeichnung, auch auf die Gefahr hin, dass man danach wieder darauf zurückkommen müsste ! Das hatte sich während der Revolution so eingebürgert, und setzt sich bis heute ausnahmslos so fort, aber es ist eine Schande! Aber gilt dies als Ausrede? Zur Zeit Ludwigs XVI handelte es sich um die Verhinderung eines Bürgerkriegs, um nicht zu sagen Religionskriegs !

Befassen wir uns nun mit der Bedeutung der königlichen Unterschrift. Ich rufe allein den Brief Ludwigs an seinen Onkel, den König von Spanien in Erinnerung. Indem er verhindern wollte, dass man ihm gewaltsam königliche Vorrechte entreiße, hatte er zuvor geschrieben : « Ich fühle mich meiner Familie und meinem ganzen Haus verpflichtet, dass ich die Königswürde nicht aus der Hand gebe, die meine Dynastie jahrhundertelang innehatte ». Es ist klar, dass der König an jenem 12. Oktober 1789 nicht nur die Generalstände in ungesetzlicher verfassungsgebender basilique-saint-denis.jpgVersammlung sondern auch seine erzwungene Abreise von Versailles in einigen Tagen spürte. Ludwig XVI war weitsichtig genug, die weiteren noch schwerwiegenderen Ereignisse vorauszusehen, für die er als Oberhaupt des Landes Verantwortung trug ; er würde auch noch seine Gedanken verbergen und gegen seine Überzeugungen handeln müssen, um im Blick auf das Gemeinwohl und den Frieden im Landesinneren zu sichern Zeit zu gewinnen. Er wusste, dass er Gott zum Zeugen hatte, aber die dynastische Pflicht als König ließ ihn an seinen Onkel, den König von Spanien schreiben. Diese ostentative Sorge ist für den Historiker wertvoll, wie auch für uns heute, denn es zeigt, dass die Unterschrift des Königs hinsichtlich der zivilen Verfassung der Geistlichkeit kommt von der Order des Gewaltakts vom 24. August 1790. Wenn der Papst am 10. März 1791 also schlussendlich mit dem Breve: « Quod aliquantum » antwortet und damit den Text aburteilt, setzt der König alle Zeichen, der päpstlichen Entscheidung nachzukommen ! Bis zum Schluss behält er die Priester, die nicht den Zivileid geschworen hatten, wechselt den Beichtväter, denn seiner hatte den Eid geleistet. Und hauptsächlichdeswegen weil man ihn 1791 nicht Ostern in Saint Cloud feiern ließ, dass er sich entschloss, im Juni 1791 von Paris nach Montmédy zu fahren, und dabei ein Dokument hinterließ, das man heute unter dem Namen « politisches Testament von Ludwig XVI » kennt, und das beweist, dass der König nicht die Notwendigkeit von Reformen in Frage stellte, sondern sich gegen Auswüchse der Freiheitsbeschränkungen gegenüber ihm und anderen Mitbürgern auflehnte, die die Religion betrafen. Ganz am Ende des Schreibens äußert er den Wunsch, dass er eine Verfassung zur freien Annahme vorgelegt bekäme, « die unsere heilige Religion hochhält. »

Testament.JPGMit seiner Abreise von Paris wie auch mit dem hinterlegten Schreibenzwecks Begründung spaltet der König keinesfalls sein Volk und trennt sich auch nicht von ihm, im Gegensatz zur dem was die jakobinische Propaganda und später die Historiker als deren ausgewiesener Stimme bis heute daraus machen ! Noch schlimmer war es mit der aufgelegten Lüge, sich ins Ausland absetzen zu wollen! Ludwig war keineswegs der erste Herrscher, der von Paris weg wollte, um sich freier bewegen zu können. Diese Reise war sogar von großem Nutzen für ihn, denn er konnte dann für die öffentliche Meinung und den Wunsch nach einer Verfassung sowie einige Abgeordnete Verständnis aufbringen. Wir sehen das am Beispiel des Gesinnungswandels des Protestanten Barnave aus der Dauphiné, der auf der Rückreise von Varennes mit dem König fuhr und die Treue des Herrschers und die Bedeutung der Religion verstand. Er wusste um den Preis der Intoleranz auf diesem Gebiet ! Wir haben es ihm zu verdanken, dass die Zivilverfassung der Geistlichkeit nicht Teil der Verfassung, auf die Ludwig XVI seinen Eid als verfassungsgemäßer König am 14. September 1791 ablegte, weil er die Versammlung erfolgreich dementsprechend beeinflusste. Sie wurde nur ein Gesetz neben anderen, und damit Änderungen unterworfen. Man schreibt Geschichte nicht mit « wenn und aber ! » Aber man kann sich Fragen stellen und Mutmaßungen anstellen. Ich gehe da von der Meinung eines Zeitgenossen aus, der die Politik kannte, nämlich der Kaiser von Österreich Leopold II. Einer seiner Briefe an die Brüder Ludwigs XVI rät ihnen zu Ruhe bewahren und abwarten, denn für ihn hat Ludwig die Situation unter Kontrolle. Gewiss, Letzterer wendet keine Gewalt an ! Aber könnte er das überhaupt ? Seit August 1790, vom 5. Bis 30., der Zeitraum in dem die Meuterei der Schweizer in Nancy und später deren Unterdrückung durch Bouillé, war die Disziplinlosigkeit in der Armee offenkundig durch die verschiedenen Gruppierungen und Denkschulen. Der König wusste darum! Aus diesem Grund war er auch eher gegen den Krieg, den ihm die Girondisten im Frühjahr 1792 zu erklären aufzwangen ! Wie auch Robespierre, der eine Niederlage herbeiführte, die dem König hätte nützen können ! Wie auch der Sieg im übrigen ! Ludwig brauchte Zeit ! Daher all seine Zugeständnisse auf praktisch allen Gebieten, außer der religiösen Frage. Auf die 130 Bischöfe, die Frankreich hatte, hatten nur 3 den Eid abgelegt, der Rest der Geistlichkeit war gespalten, aber nach der Intervention des Papstes, kamen viele auf den Eid zurück. Und Ludwig wusste, dass die Religion das unersetzliche Bindemittel für die Einheit einer Nation war, besonders wenn diese die Einigkeit aus dem Christentum schöpft und erstehen lässt. Es fand sich einem intellektuellen Terrorismus gegenüber, der Philosophie der Aufklärung, und ebenso kriminell auch die Vorgehensweise in sozialen Angelegenheiten, wie man aus zahlreichen Eintreibungen, die ab 14. Juli 1789 durchgeführt wurden, wusste. Für die wenigsten der Aufrührer, die Ursache dieser Unordnung waren, handelte es sich nicht mehr darum, Reformen voranzutreiben, sondern darum, die Gesellschaft zu verändern ! Wenn nötig unter größter Gewaltanwendung ! Hatte Rousseau nicht den Fanatismus unter anderem damit entschuldigt, indem er in « Emile » schrieb : « Der Fanatismus ist wenn auch blutig und grausam, trotzdem eine große und starke Leidenschaft, der das Herz des Menschen erhöht, der ihn den Tod verachten lässt, der ihm einen außergewöhnlichen Bereich überträgt, und der ihn nur eher dazu bringt, die erhabensten Tugendlehren daraus ziehen ». Der Terror ist also Programm, wie auch die Methoden, deren sich die Terroristen aller Zeiten bedienen, Bolschewisten, Nazis und Islamisten ! Angesichts dieser Totalitarismen ist der Glaube an Christus die einzige Zuflucht, das schließt nicht mögliche Gewaltanwendung aus, aber durch seine Glaubenslehre zerstört er den Fanatismus von der Wurzel her. Er spricht in Wahrheit im Namen der Liebe, der höchsten Tugend, ewige Himmelsmacht, und überträgt damit eine teilweise Louis_XVI.jpgEwigkeit an jenen, der ihn praktiziert. Auch das Beispiel der Märtyrer hatte diese Macht.

Das war auch die Größe Ludwigs XVI. Als er Mitte Juni 1792 gegen das von der Versammlung beschlossene Gesetz , das die den Eid verweigernden Priester ohne Gerichtsurteil mit Deportation bestrafte, sein Veto einlegte, sah er ca. 9000 Berufsrevolutionäre in sein Palais eindringen ! Ohne jede Möglichkeit der Verteidigung hielt er auf einem Tisch von einer Schießscharte aus drei Stunden lang einzig mit vier Grenadieren die Stellung. Freiwillig trank er auf das Wohl der Nation, mit einer Jakobinermütze am Kopf, wich er um keinen Zentimeter. Niemand wagte es ihn anzurühren !

Die ideologisch verblendeten Historiker sahen nur die Schwäche dieser Zeit. Edgar Quinet, der auch dazu gehört, wie auch als glühender Republikaner, schrieb jedoch 1865 in seiner Geschichte der Revolution, dass Ludwig XVI niemals mehr König war als in diesen tragischen Augenblicken, denn er hielt die Stellung allein, und setzte sich aufgrund seiner alleinigen Anwesenheit gegenüber der Menge durch ! Am nächsten Tag zeigte ganz Frankreich mittels Petitionen an die Versammlung seine Empörung. Ludwig war wieder beliebt, indem er die Religion seiner Väter unter Lebensgefahr verteidigt hatte ! Man musste sich seiner schnellstens entledigen. Sie kennen die Folgen ! Ich möchte trotzdem noch zwei Punkte anführen, die die Macht des christlichen Zeugnisses insbesonders Ludwigs XVI zeigen. In ihrem Fanatismus wollten die extremst dem Rousseau huldigenden Revolutionäre das Testament des Königs drucken und damit bekanntmachen, weil sie den Katholizismus in Frankreich für einen aussterbenden Glaubencrypte.jpg einschätzten, indem sie seinen Autor lächerlich machten, denn sie hielten es für einen Ausbund an Bigotterie ! Aber das Gegenteil trat ein. Und ungefähr sechs Monate später musste jeder, der das Testament besaß und sich dabei erwischen ließ, mit dem Schafott rechnen ! Das erste Modell einer Kulturrevolution, das bis China Schule machen würde ! Zweites Beispiel : am 24. Jänner 1793 nahm sich der allgemeine Rat des Pariser Departements vor, die Zeugnisse über die letzten Momente des Königs zu veröffentlichen, um ihn in Misskredit zu bringen. Hébert, der Anführer dieser Atheisten, die man bald nur mehr « Besessene » nennen würde, widersetzte sich dem vehement : « Dieser Vorschlag wäre unpolitisch, gefährlich, wie er sich vor aller Augen aufrechthielt, als er zum Schafott schritt. Wollt ihr denn beim Volk Mitleid über das Los des Tyrannen erregen ? » Und doch würde er in seiner radikalen Zeitung « Le Père Duchesne » (« Vater Duchesne ») schreiben: « Er war fest und fromm ergeben bis zum letzten Augenblick ». Wie der Tod am Kreuz für Jesus keine Niederlage war, war es auch für Ludwig auf der Guillotine. Die Krone, die er bei seinem Tod zurückließ, ist weder vom Blut der Franzosen befleckt, noch durch irgendeine Schwäche entwertet. Sie spiegelt den Glanz des Märtyrers wider und zeigt dem Volk Frankreichs, dass es sich nicht wiederfinden und vereinigen kann als nur im christlichen Glauben. Denn es ist zuerst einmal seinetwegen, dass Ludwig gestorben ist, und worauf es sich stützen muss, wenn die Mächte der Finsternis Frankreich und die Länder, die den Glauben an Christus hervorbrachten, bedrohen !

Amen !

Pater Michel Viot

Königliche Grabeskirche St. Denis 21. Jänner 2017

(übersetzung : K.Hoistch)

25/01/2017

Ansprache des Prinzen Ludwig von Bourbon, am Samstag, den 21. Jänner 2017

Empfang nach der heiligen Messe für den König Ludwig XVI in St. Denys, am Samstag, den 21. Jänner 2017
Ansprache des Prinzen Ludwig von Bourbon, Herzog von Anjou


ludwig herzog von anjou, 21 januar, paris Frau Superintendantin,
Hochwürden.,
Werte Abgeordnete,
Meine Damen und Herren;


Liebe Freunde,


Zum wiederholten Mal haben wir, die Prinzessin und ich, uns hier eingefunden anlässlich des Jahrestags des Hinscheidens König Ludwigs XVI, dessen wir uns jedes Jahr herzlich gern gedenken.
Diese Zeremonie ist so viel mehr als eine Huldigung an einen Märtyrerkönig. Denn wir können uns heute an diesem hehren Ort, einer ehemaligen Abtei die heute Ausbildungsstätte der Ehrenlegion ist, einfinden, was diesem nunmehr bereits zur Tradition gewordenen Treffen Frankreichs mit seiner Geschichte eine besondere Note verleiht.


Daher erlaube ich mir, mich zuallererst einmal bei den verantwortlichen Amtsträgern zu bedanken. Ich sage Dank den Geistlichen, Seiner Exzellenz dem Bischof von Seine-Sankt-Dionysius und dem Rektor der Basilika, die dem Mémorial de France (französischen Gedenkverein) die Meßfeier, die König XVIII als ewige Einrichtung wünschte, abzuhalten gestatteten. Als Chef des Hauses weiß ich diese außer Frage stehende ständige Feier zu schätzen. Ich beglückwünsche das Mémorial de France in Sankt Dionysius, dass es diese nunmehr seit mehr als einem Jahrhundert bestehenden Feier, die, als private dann auch zu einer ständigen wurde. Nach meinem Großvater, nach meinem Vater bin ich nunmehr in der glücklichen Lage, regelmäßig an das Interesse des legitimen Nachfolgers der französischen Könige zu erinnern, diese Verpflichtung zu Gedenken und Pietät gegenüber dem Märtyrerkönig aufrechtzuerhalten.


Ich bedanke mich insbesonders beim Großkanzler der Ehrenlegion durch Sie, Frau Superintendantin, die ihn hier vertritt. Für diese historische Gedenkveranstaltung ist es nur angemessen, dass sich das ehemalige Stift geeint einfindet. Die Kirche und die Abtei vereint. Für einen Moment finden Vergangenheit und Gegenwart zusammen. Ich sehe darin mehr als ein Symbol an diesem Ort, der sich bereits der Gegenwart verschrieben hat, denn er ist eine der anerkanntesten Ausbildungsstätten in Frankreich. Mit den Mädchen, die hier studieren, nimmt die Ehrenlegion die Aufgabe der Vermittlung von Bildung auf sich. Eine Vermittlung, die not tut, denn sie gibt damit jeder Generation nicht nur das Basiswissen mit auf den Weg, sondern auch die Pflichten und Werte, die den ersten Orden der Nation ausmachen.


Am 21. Jänner 2017 hier zu sein ermöglicht also nicht nur sich zu erinnern, sondern auch nach vorne zu blicken. In diesem Sinne sind Geschichte und Ausbildung eng verbunden, und ich sage es hier in dieser Einrichtung, wo diese Worte ihre volle Bedeutung annehmen, gerne. Erziehen und ausbilden sind nicht nur die Pflicht jedweder Eltern, so wie die der Prinzessin und meine für unsere drei Kinder. Das Erbe und die Weitergabe sind eine solide Basis, auf der man in Zukunft aufbauen kann. Nicht nur eine Zukunft der Utopien und Idealismen, sondern eine Zukunft, die sich auf der Realität gründet und gedeihlich in der Tradition wurzelt. Jede Familie möchte ihren Kindern ein moralisches und materielles Erbe hinterlassen, mit dem man besser leben und arbeiten kann, sodass die Kinder stolz auf ihre Eltern und deren Erreichtes sind. Denn das macht eine gesunde und geeinte Gesellschaft aus, die voll Hoffnung auf die Zukunft blickt.


Die Aussicht auf eine bessere Zukunft bleibt für Eltern und Erzieher vordringliches Anliegen. Auch braucht man nicht der Vergangenheit nachzutrauern, sondern sich nur jeden Tag fragen, wie man mit dem überkommenen Erbe, den ausgeschlagenen Wurzeln, der Geschichte Frankreichs neue Seiten hinzufügen kann, damit wir den Stein zu Aufbau, Befestigung oder als tragende Säule gegen Schwankungen verwenden.


Ludwig XVI hat in seinem Testament zu neuer Hoffnung aufgerufen. Sein Beispiel drängt uns, über uns hinauszuwachsen.
Das ist es, was ich Ihnen zu Jahresbeginn vermitteln wollte, mit den besten Wünschen der Prinzessin und meinerseits an Sie, Ihre Familien und alle Erzieher.


Auf dass der heilige Ludwig, der hier an dieser Grabstätte mit allen Königen ruht weiterhin über Frankreich wacht, damit es seinem Taufgelöbnis und den Werten eines Rechtsstaates und Friedensstifters treu bleibt, die aus ihm eine vorbildliche Nation gemacht haben.


Danke für Ihre Aufmerksamkeit


Ludwig, Herzog von Anjou

(übersetzung : Hoïstch.K)