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29/08/2016

Botschaft Seiner Hoheit des Prinz Ludwig von Bourbon

Botschaft Ludwigs von Bourbon, Herzog von Anjou, de jure Seiner Majestät Ludwigs XX, des Königs aller Franzosen, aus Anlass des Festes des Heiligen Ludwigs am 25. August 2016

Meine lieben Landsleute,

prinz.jpgDas Datum 25. August, an dem des Heiligen Ludwig, meines Vorfahren und Schutzpatrons sowie eines weithin anerkannten Vorbilds an Weisheit auf dem Gebiet der Politik gedacht wird, gibt mir die Gelegenheit, mir Gehör zu verschaffen. Ich wollte das ursprünglich nicht tun, als sich die Ereignisse im Sommer dramatisch überschlugen, denn meine Stimme hätte wenig zum bisher Gesagten beigetragen. Aber das Mitgefühl mit den Opfern überwog und wird stärker, denn die Folgen dieser barbarischen Attacken sind noch lange nicht vorbei ; die Unterstützung gegenüber den Sicherheitskräften und Rettungsmannschaften überwog ebenso und wird größer angesichts des Umfangs des Übels. Aber einmal davon abgesehen ? Was kann man zu diesen schrecklichen Greueltaten sagen ? Die unvorstellbar feigen Morde an Unschuldigen haben keinerlei Rechtfertigung und sie im Namen des Glaubens zuu begehen schon recht nicht. Fanatismus und Politik haben sich noch nie vertragen, zeigt uns die Geschichte.

Aber es ist die Geschichte, jedoch ohne Rückschrittlichkeit sondern im Sinne von besserer Zukunft, dass ich im Moment, da mein Land Frankreich eine schwere Krise durchmacht, etwas vorbringe. Mir scheint, dass die üblichen politischen Mittel nicht ausreichen, um den Schäden und großen Leiden beizukommen. In jahrhundertelang gemachter Erfahrung erscheint mir das Übel, das Frankreich nunmehr schlägt, ein zweifaches zu sein. Zuerst einmal gibt es einen Kulturkrieg, der uns von einem mehr oder minder sichtbaren und heimtückischen Feind erklärt wurde, und den die Regierungen nunmehr endlich beim Namen nennen, wie es scheint, aber vor allem um eine tiefgreifende und schwere moralische oder Identitätskrise, eine Art innerem Krebs, der uns, vielleicht um so mehr als der Feind sich abzeichnet, zerfrisst.

Vom Krieg in Frankreich zu jenem in Europa gegen die Christenheit – was wäre da zu sagen ? Die Dinge beim Namen zu nennen und sie entsprechend zu bewerten ist bereits bestens geeignet, sie zu bekämpfen. Hat man einmal den Feind erkannt, so ist man sich dessen bewusst und setzt eine Außen- und Innenpolitik ein, die den christlichen Interessen Frankreichs und Europas, mit dem wir solidarisch sind, entspricht. Danach muss man sich eine klare Strategie und Vorgehensweise machen. Ich zweifle nicht, dass sowohl die eine wie auch die andere unsere Regierenden, wer immer sie seien, im Sinne haben, wenn sie sich darauf einstellen, sich die Kampfmittel verschaffen und den Fachleuten Vertrauen schenken wollen. Also die Vernunft und weniger das Gefühl und die Gesinnung sprechen lassen. Frankreich wusste immer schon zu kämpfen, seine Armeen sind jedem überall bekannt, und das ganze Land wird die hierfür nötige Kraft dazu finden. Es ist schon viel, wenn sich nunmehr bereits angemessene Gegenbewegungen abzuzeichnen beginnen.

saint-louis-503e745.jpgDie moralische Krise ist schwerwiegender. Die inneren Ursachen sind immer komplexer zu bekämpfen als die offen erklärten Feinde. Dies umso mehr als sie tiefere, weiter verzweigte Wurzeln haben. Aber die Geschichte – und ich bin irgendwie sozusagen durch Erbe und Nachfolge Repräsentant der Souveräne, die jahrhundertelang geduldig Frankreich geformt haben – zeigt, dass die Gewissenskrisen nicht unlösbar sind. Oft ist es gerade durch Prüfungen und Brüche mit vergangenen Gewohnheiten, die sich auflösen, dass es zu Fortschritten kommt und sich Frankreich konsolidiert. Von Anfang an ! Prüfungen und Bruch, mit Chlodwig, der aus der römischen Provinz Gallien das freie und autonome Königreich macht ; Prüfungen und Bruch mit der karolingischen Renaissance ; dann mit der Erneuerung der Souveränität im 13. Jahrhundert, jener von Bouvines (einem Schlachtfeld) und dem Heiligen Ludwig ; und weiter mit der Blüte nach dem Hundertjährigen Krieg, der Frankreich jedoch blutleer zurückließ und gleichsam dem Wohlwollen einer fremden Dynastie auslieferte. Was wäre nicht alles zu sagen über die Renaissance, die den Katastrophen der Gemeinde von Pavie gefolgt ist, über jene nach den Religionskriegen oder auch über den bemerkenswerten Aufbruch des ganzen Landes im frühen 18. Jahrhundert, als sich Ludwig XIV einem Europa gegenübersah, das wieder einmal geeint war. Ja, es gibt eine sehr französische Charaskteristik, die nicht will, dass unser Land, wenn es auch zerzaust und fast geschlagen ist, kapituliert.

Dieses Aufwachen kommt von der besonderen Eigenheit der französischen Natur. Es handelt sich nicht um einen Staat wie jeder andere. Man verwechselt hier nicht die Macht mit der Gewalt. Frankreich hat sich immer auf die Familie verlassen, auf Interessensgesellschaften, auf den in Kraft gesetzten Rechtsstaat, als Europa noch der Feudalherrschaft und dem Recht des Stärkeren anhing. Wenn nun Frankreich diese Eigenheit aufweist, so resultiert dies aus seinen Wurzeln. Chlodwig war nicht nur der erste König, sondern vor allem der erste christliche König. Von Anfang der französischen Zivilisation an gab es eine Erhöhung, wie man an der Übertragung der Mach durch eine echte Krönung sehen kann. Politik und Mystik gingen miteinander einher. Niemals war ein König allmächtig. Die französische Königswürde ward immer als Dienstleistung verstanden, die einem gottgegebene Pflichten auferlegte. Über dem König gab es immer die Verpflichtung, die Gebote des Evangeliums, die auch jene des Naturrechts sind, einzuhalten: Achtung der menschlichen Person sowie Achtung gegenüber der Familie. Frankreich hat sich wahrlich den Titel "älteste Tochter der Kirche" verdient, denn mehr als alle anderen Nationen hat es seine Pflichten vor seinen Rechten aufrechtgehalten. Es hat dem Glauben einen Wert beigemessen, der der Politik eine zusätzliche Dimension verlieh. Auf diese Art wurde es zum richtungsweisenden Vorbild.

Sicher hat es sich zu verschiedenen Zeitaltern anders verhalten, aber das Prinzip war immer dasselbe; sicher hat es manchmal schlechte Politik gegeben, wurde aber immer als solche erkannt. Aber die Geschichte lehrt uns auch, dass es nicht zu überschreitende Grenzen, unwandelbare Prinzipien gibt: die Souveränität des Staates, das Primat des Gemeinwohls gegenüber den Partikularinteressen, insbesonders die kollektiven Freiheiten, um die vererbten Besonderheiten der geschichtlichen Plätze usw. zu wahren.

Die Geschichte lehrt uns auch, dass ein Volk gerade dann groß ist, wenn es eine Vision über sein gemeinsames Schicksal, also seine Zukunft bereitwillig teilt ; aus sich herauszugehen um über sich hinauszugehen und damit das Terrain der Geschichte zu betreten. Die so getan haben, sind damit zu großen Künstlern, großen Weisen, großen Führern und Eroberern geworden ; zum nationalen Ruhm, von dem unsere Bücher, unsere Gedächtnisfeiern, unsere Lieder berichten. Lange Zeit hindurch, vom Epos der Soldatengarde während des napoleonischen Empires bis zum „débout des morts“ = „auf Tote!“ des Ersten Weltkriegs haben die neuen Regierungen immerzu an diese Erzählung erinnert. Die Mystik des Vaterlands hatte die Liebe zum König und der Krone ersetzen können. Aber worin besteht er nunmehr genau ? Welche "Mystik" wird den Jungen seit zwei oder drei Generationen geboten ? Jene des Konsums und Materialismus; jene der Kultur des Todes ; jene des Spiels und des geringsten Aufwands ; jene der Allmacht des Geldes. Seit Jahrzehnten werden als neue Werte der Individualismus, die Aufgabe der Vermittlung der Bedeutung von aufopferndem Dienen, der Relativismus, Wesentliches und Verinnerlichung sowie letztlich die Leugnung der ruhmreichen Abschnitte in unserer Geschichte, für die man sich nunmehr sogar entschuldigen muss ! All das hat langsam aber sicher die Grundpfeiler der Gesellschaft, die sie nicht mehr aufnehmen konnte, wenn sie an ihre Tür klopften und jegliches Wünschen und Verlangen nach Integration innerhalb Frankreichs abtöteten viel mehr zum Gegenmodell als Modell gemacht.

Mir scheint, dass die Ursache für diesen traurigen Zustand zuallererst in der Aufgabe der Werte insbesondere der religiösen in unserem Land ist, also die Grenzen ohne die die Freiheiten nicht mehr als Freibriefe, in denen sich Gefahren bergen, sind sowohl für den Menschen als auch für die Gesellschaft. Solcherart hat sich innerhalb von etwas mehr als zwei Jahrhunderten unsere sowohl französische wie auch christliche Identität verändert. Mit dem Verlust der Werte ist es schwer, die Zukunft zu gestalten ! Auch ist mit guten Absichten, wie es die Anhänger einer laizistischen Republik vorgeben, alleine kein Staat zu machen und kommt auch nur einem Selbstbetrug gleich ! Sie schneidet uns in Wahrheit von unseren verankernden Wurzeln ab, und die innere Leere ebnet jedweder Art von todbringender Ideologie den Weg.

Die Jungen brauchen Größe, Schönheit, Hoffnung. Eine Gesellschaft, die die Hoffnung aufgibt und die Jugend enttäuscht, hat keinen Platz mehr. Man muss von diesem Geist der Selbstaufgabe wegkommen. Man muss sich wieder begeistern können, wünschen sich selbst zu überwinden und vor allem willensstark werden. Man muss das Feuer von Bouvines und Patay wieder finden, jenes der Sportskanonen und sich an den Heiligen oder am Militär ein Beispiel nehmen. Mann muss Perspektiven aufzeigen, die sich wiederum durch Selbstlosigkeit und Größe auszeichnen. An solchen Gelegenheiten mangelt es auch heutzutage durchaus nicht, wo es vielerlei Kämpfe auszufechten gilt: jenen dem menschlichen Leben wieder Raum zu geben bei all der facettenreichen Vergesslichkeit über dessen Wert gerade in den reichen Ländern bis zu den Problemen der Mangelernährung in den armen Ländern; jenen unseren Planeten nachhaltiger zu bewahren, nachdem er oft durch die Rücksichtslosigkeit gleich mehrerer Generationen ausgeplündert wurde; jenen des größtmöglichen Zugangs zur Bildung ohne die es keinen Austausch zwischen den Menschen gibt. Reden und verstehen können !

Wieder Geschmack am Gemeinwohl finden und sich bewusst werden, dass Frankreich zuallererst eine starke Gemeinschaft durch seine Identitätsstiftung aufgrund seiner griechisch-lateinischen sowie christlichen Wurzeln ist.

Glücklicherweise haben viele Jugendliche das selber herausgefunden und die falschen Ratgeber, die sie eher betrogen als unterweisen konnten, überwunden. Seit einigen Jahren sieht man, dass sie wachsam sind, was ihr Land betrifft: das Fundament der Philosophie und Politik wiederentdecken, ehrenamtliche Tätigkeit wieder aufnehmen, ohne die es kein Aufrechterhalten des Gemeinwohls gibt. Man kann insbesondere das Aufleben des Familiensinns sowie den Lebensschutz wieder beobachten, auf dem sie ihre Zukunftsperspektiven aufbauen. Die Welt gehört den Jungen und jenen, die ihrem Leben Sinn geben. Die Geschichte Frankreichs lehrt uns das.

Ich wollte das in Erinnerung rufen, denn indem ich meinen Vorfahren, den Heiligen Ludwig, aber auch alle Heiligen und die Heiligen Frankreichs sonder Zahl um Hilfe rufe, und zugleich nicht den Letzten darunter vergesse, nämlich Vater Hamel, der als Märtyrer für seinen Glauben sein Leben gab, glaube ich mehr denn je an mein Land und an seine Zukunft.

Ludwig von Bourbon, Herzog von Anjou

(übersetzung Hoitsch.K)

28/06/2016

Interview mit einem jungen Monarchist Deutschlands

Einleitung von Lsl (La sentinelle légitimiste - website)  : Heute stellen wir euch einen aufrechten Monarchisten in einem Interview vor. Erich Postleb versucht uns alle Fragen beantworten zu können, mit dem Grundgedanken : Hätte die Zukunft Deutschlands mit einer widereinführenden Monarchie bestand ?

13557935_1067591173306153_1736362446829586239_n.jpgLsl : Guten Tag werter Herr Postleb ! Bitte stellen Sie sich doch kurz vor.

E.P : Ich heiße Erich H.-D. Postleb und bin 23 Jahre jung. Geboren wurde ich in Neustrelitz in Mecklenburg-Vorpommern. Der Ort gehörte früher zum Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz. Einer der ältesten deutschen Fürstengeschlechter. Ich erlerne der Zeit den Gärtnerberuf im südlichen Niedersachsen.

Lsl : Warum sind Sie Monarchist und welche Gründe gab es zu dieser Einstellung ?

E.P : Ich bin überzeugter Monarchist, weil ich die Königs-bzw. Kaiserwürde als wichtigen Bestandteil unserer europäischen Identität sehe. Deutschland hatte die Monarchie seit über 1 000 Jahre stand gehalten.

Lsl : Sie Sind Mitglied einer konservativen Partei, der Alternative für Deutschland (AfD). Weshalb wurde die Partei gegründet und warum sind Sie Mitglied ?

E.P : Ausschlaggebend zur Gründung der Partei war das große Thema sicherlich der "Euro" gewesen und deren Versuch von der sogenannten "Euro-Rettungspolitik". Ich selbst bin Mitglied seit Juli 2014. Vorher gehörte ich den Liberalen an. Da ich schon eigendlich früh merkte, daß ich eher einem konservativen Lager angehaucht war beschloss ich nach der Bundestagswahl 2013 in die AfD einzutreten. Wichtige Punkte spietlen für mich eine Rolle : Gender Mainstreaming, Asylpolitik sowie das Bewahren von Traditionen.

Lsl : Gibt es royalistische Bewegungen in Deutschland ? Wenn nicht : Können Sie uns erklären warum ? Und wenn ja : Sollen diese Verbände besser in der Öffentlichkeit präsent sein ?

E.P : In Deutschland haben wir einige Bewegungen und Verbindungen. Wie wir wissen endete die Monarchie im Deutschen Kaiserreich 1918, nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg. Doch auch nach der Abdankung S.K.K.H. Wilhelms II. von Preußen und der Flucht ins Exil nach Doorn (Niederlande), gab es weiterhin aufrechte kaisertreue Monarchisten. Diese schlossen sich zu Vereinen zusammen. Die bekannteste und größte in Deutschland ist der Verein : Tradition und Leben e.V. Dieser ging aus dem Bund der Aufrechten hervor. Kaisertreue gründeten ihn noch am 09. November 1918. Also am Tag, wo die Weimarer Republik in Kraft trat. Weiter ist bekannt der Bayerische Heimat- und Königsbund. : In Treue fest (BhKB). Gegründet am 15. März 1921, heute nennt sich der Verein "Bayernbund". Desweiteren natürlich der Bund Königin Luise. Dieser ist eine monarchistische Frauenorganisation. Geehrt nach der "Königin der Herzen", oder auch der "Preußischen Madonna": Prinzesssin Lusie zu Mecklenburg-Strelitz, Königin von Preußen.

Lsl : Der Royalismus befürwortet die Notwendigkeit von einem einzigen König. Aber die ehemaligen deutschen monarchistischen Familien sind in mehreren Kapellen aufgeteilt (Bsp. Hohenzollern, Wittelsbach usw.) Beklagen Sie die Tatsache ? Und wie könnte man diese Vielfalt lösen ?

E.P : Dazu muß man wissen: Deutschland war aufgeteilt in vielen Herrschaftsgebieten. Jedes Haus ob Kaiser oder Königshaus regierte ein bestimmtes Land. So regierten zum Beispiel die Wettiner das Königreich Sachsen, die Württemberger das Königreich Württemberg oder halt auch die Wittelsbacher das Königreich Bayern (die katholische Linie des Hauses). Zur protestantischen Linie natürlich die Hohenzollern in Preußen, die Welfen in Hannover und das Königreich Großbritannien und Nordirland. Daher hatte das Land die vielen monarchistisch geprägten Familien, aufgeteilt in Königs-, Herzogs- und Fürsternhäusern.

Lsl : Wer könnte heute sich für Sie als Deutscher Kaiser behaupten ?

E.P : In erster Linie selbstverständlich Georg Friedrich, Prinz von Preußen als Nachfahre des letzten regierenden Kaisers Wilhelm II. Als zweites käme für mich Luitpold Prinz von Bayern in Frage. Dem Sohn von Franz, Herzog von Bayern (Urenkel Ludwig III.).

Lsl : Im heutigen 21. Jahrhundert regiert in Deutschland die Demokratie, regiert von Atheisten, Liberalen usw. Ist es nicht utopisch zu denken, an einer Rückkehr eines christlich-abendländisch geprägten Monarchen ?

E.P : Sicherlich für eine undenkbar, sicherlich nicht unmöglich. Vor 1989 hätten viele Bürger dieses Landes nicht geglaubt, das die Mauer fällt. Danke für das Interview !

18/06/2016

Erzbischof Freppel

1503301657.jpgZur Inhaltswiedergabe (sehr kurz) des Wikipédia-Artikels in deutscher Sprache. Ich muss einige Erläuterungen zum Thema Erzbischof Freppel und dem sachdienlichen Interesse für die Legitimisten hinzufügen.

Der Leser dieses Artikels wird nur behalten, daß er « deutschfeindlich » war… Sicherlich, wenn wir die Dinge nicht im Kontext der Zeit hinstellen. Nach dem Krieg von 1870 kann man den Schock über den Verlust Elsaß-Lothringens verstehen. Das Elsaß hatte seit Ludwig XIV zu Frankreich gehört. Daher haben viele Menschen diesen Verlust als Trauma erlebt, dann haben sie in der Folge durch die Ereignisse gelitten, davon eine Menge an Elend und Not. Brüder würden von einander verschiedene Entscheidungen treffen (für Deutschland gegen Frankreich - oder umgekehrt für Frankreich gegen Deutschland), in verschiedenen Armeen dienen und verschiedene Uniformen tragen. Sie werden einander in absurden Kriegen und mit unaussprechlicher Gewalt töten.

Es ist nicht dieser Teil des Lebens von Erzbischof Freppel, der heute interessant ist. Diese Konflikte der letzten Jahrhunderte sind überholt. Und diejenigen die heute die Werte des christlichen Abendlandes innehaben, haben kein Interesse daran, die alten « nationalistischen » Gefühle aufleben zu lassen, da sie eine neue Konzeption des Staatswesens geerbt haben.

Interessant am Leben von Erzbischof Freppel zu beobachten ist seine politische Entwicklung. Und dabei führt uns sein Weg zu einigen Überlegungen. Am Anfang war er Anhänger Napoleons III, dann wendet sich Erzbischof Freppel durch die Ereignisse und die Enttäuschung resultierend aus dem zweiten Reich immer mehr zum Royalismus und zum rechtmäßigen Thronfolger, Heinrich V, dem Grafen von Chambord.

Diese Entwicklung ist interessant, weil sie uns über die Legitimität und Herkunft der weltlichen Macht nachdenken läßt. Sie gibt uns den Schlüssel zu einem besseren Verständnis des bösen Geistes der Revolution, und die Fallen die daraus erwachsen. Frankreich versinkt seit mehr als 200 Jahren, weil es für seine Gottlosigkeit und Ablehnung der Herrschaft Jesu Christi bestraft ist

Ich meine, es ist wichtig, diesen Punkt im Lichte der Geschichte zu klären, um jedwede Fehlinterpretation oder Missverständnisse zu vermeiden. Wir leben heute in einer anderen Zeit als jener Erzbischof Freppels. Im Abstand sehen wir rückblickend, wie absurd diese blutigen Kriege waren. Und vor allem wie sie im Gegensatz zu den Grundlagen der christlichen Zivilisation waren.

Reny_F

13/06/2016

Obernai (Elsaß) 11 juni 2016

3.JPGAm zweiten Tag des Legitimistentreffens, also am Samstag, den 11. Juni 2016, das im Osten des Königreichs Frankreich stattfand, befasste man sich mit der Veranstaltung im Vorjahr am Colline de Sion-Vaudémont in Lothringen, das am 6. Juni 2015 war. Ich möchte hiemit im Namen des Vereins Robert de Baudricourt besonders unseren Nachbarn des Vereins Saint-Materne für den herzlichen Empfang in dieser schönen elsässischen Provinz und seinen einladenden Orten danken.

Wie ich auch in meiner Abschlußadresse vom Samstag, den 11. Juni festhielt, ist es für mich immer eine ganz große Freude in den Elsaß zu kommen und noch mehr, wenn ich mich mit den Legitimisten treffen kann. Ich meine, man kann hier nur gewinnen, wenn man sich zusammenschließt und die Kräfte gemeinsam einsetzt bei solchen Gelegenheiten, die zu einer umso lebhafteren Entwicklung führen. Und damit immer auch zu neuen Berufungen.

14.jpgIch beglückwünsche unseren Redner Herrn Ratichaux zu seiner Themenabhandlung über Monseigneur Freppel. Damit eröffnet sich uns ein reicher Inhalt, ein wertvoller, interessanter Beitrag, der es uns auch ermöglicht, das Leben dieses streitbaren Bischofs, eines Kindes unseres Landes besser zu verstehen.

Dank gebührt auch dem Herrn Pfarrer zuerst einmal für die schöne Messe, die er mit uns in der Kirche in Obernai gefeiert hat, dem Ort, wo das Herz Monseigneur Freppels ruht ; aber auch für seine Predigt, in dem er die Notwendigkeit der Wiederherstellung der Autorität und der Hierarchie betont, aus der man wiederum Gerechtigkeit und Rechtmäßigkeit ableitet.

17.jpgEin Lob auch unserem Stadtführer, durch den wir aufgrund seines Wissens über die Architektur der Stadt viel über die elsässischen Häuser erfahren haben, bei denen es sich um unverwechselbar ansprechende Fachwerkbauten auf Stein gebaut handelt, was den Reichtum und die Schönheit dieses ins tägliche Leben integrierten Kulturerbes ausmacht. Weiters erzählte er über die Zünfte, deren Mitgliedschaft in langer Handwerkstradition weitervererbt wurde, was die bereits sehr umfassenden Ausführungen des Referenten vom Vormittag abrundete. Monseigneur Freppel, eine der größten Gestalten unter den französischen Bischöfen des ausgehenden 19. Jahrhunderts, war außerdem ein glühender Verfechter dieser Tradition.

Dank gilt schließlich auch dem Vorsitzenden des Vereins Saint-Materne für die perfekte Organisation dieses, was Kontakte und Austausch anbelangt, so erfolgreichen Treffens.

Ich lege Ihnen allen daher das nächstjährige Treffen in Lothringen ans Herz !

 

Reny_F

 

(übersetzung Hoitsch.K)

09/06/2016

Ludwig den XVII

L1.jpgWer erinnert sich an Ludwig-Karl von Frankreich ? Zweiter Sohn Ludwigs XVI und Marie-Antoinettes, siebzehnter dieses Namens...

Seine Regierungszeit war kurz, und die « offiziellen » Geschichtsbücher der Republik scheuen sich, den Franzosen über seine Leiden zu berichten. Er war Opfer der Grausamkeit, Barbarei und revolutionären Hasssgefühle, aller Feigheit und Neidereien der Menschen, und hatte als Wohnsitz ein elendes Gefängnisquartier, als Thron eine Pritsche, und er kannte keine andere Krone als jene des Martyriums.

Zu diesem Zeitpunkt war bereits alles vom Sturm der Revolution hinweggefegt. Nach der Hinrichtung seines Vaters, Seiner Majestät Ludwig XVI hat man ihm nur in den Verschlägen der Konterrevolutionäre in der Vendée oder den Behelfszelten des Exils den Titel König von Frankreich anerkannt. Im Leben dieses jungen, unglücklichen Prinzen sollten sich die härtesten Prüfungen, Schicksalsschläge, wie die Gefangenschaft der königlichen Familie im Tempelturm abspielen; Folge und schmerzliches Ende des abrupten Verschwindens der katholischen königlichen Monarchie in Frankreich.

Die französischen katholischen Royalisten von einst konnten nur von fern bei dem Drama zu Hilfe eilend mitwirken, das sich im Tempelturm abspielte, und haben daher nichts von den brutalen Szenen der Revolution, die sich an der Unschuld eines Kindes, das des Schutzes durch seine Eltern beraubt war, erbarmungslos schadlos hielten. Die Sieger der Revolution hielten dem französischen Volk die Schrecken sorgfältig verborgen, sodass die Grausamkeiten die an dem schwachen Waisen im Tempel verübt wurden, für immer im Bewusstsein des Volkes dem Vergessen anheimfielen.

L2.jpgDer Tempelturm existiert heute nicht mehr, dieses Denkmal wo sich dieses schreckliche Drama abspielte, und das für immer mit der Gefangenschaft der königlichen Familie, die aller, auch der grundlegenden Rechte beraubt war, verbunden ist; damit es später einmal nicht zu einem Wallfahrtsort der Königstreuen und Katholiken würde, beschlossen die Revolutionäre seine Zerstörung, wie es Verbrecher nun einmal tun, die einen lästigen Zeugen, der zuviel weiß und gesehen hat, loswerden wollen... Das Ende des Tempels folgt auf das Ende Ludwigs XVII, als alles untergeht.

Die wahre Geschichte Ludwigs XVII kann nur ein tiefes Gefühl des Mitleids und der Empörung in jedem Christen hervorrufen. Grauenvolles Drama, widerwärtige Episode der französischen Revolution, moralischer Zusammenbruch, Schande der Menschheit... Halten wir uns vor Augen, wieviel Frankreich durch die grausamsten Foltern an diesem Kind, das wohl geliebt zu werden verdiente, zu seinem großen Unglück verloren hat. Wie sehr es einmal an der Macht durch Ungerechtigkeit, Gottlosigkeit, Undank und menschlichen Unfug gerechtfertigt gewesen wäre.

Am 8. Juni 1795 ging Luwig XVII von uns; er wurde nur zehn Jahre, zwei Monate und zwölf Tage alt.

Reny_F

(übersetzung Hoitsch-K)

05/06/2016

Erstkommunion der Prinzessin Eugénie von Bourbon

Prinzessin Eugenie von Bourbon, "Tochter von Frankreich" ganz in Weiß gekleidet hatte ihre Erstkommunion im Kloster "Dechaussees royales" begleitet von Herzog und Herzogin von Anjou, ihren Brüdern, ihrer Großmutter und Freunden der Familie.

Das Kloster wurde im Jahre 1559 von Johanna von Österreich, Tochter Karls V und der Isabella von Portugal erbaut und beherbergt heute den verstorbenen Alphonse II, Prinz von Bourbon.

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Botschaft des Prinzen von Anjou an den Präsident des UCLF anläßlich der Jubiläumswallfahrt nach Puy-en-Velay

Liebe Freunde,

ob_b315c6_louisxxsexprime2.pngSie haben mich zu Ihrer Jubiläumswallfahrt nach Puy-en-Velay eingeladen, und ich danke Ihnen dafür. Da ich nicht bei Ihnen sein kann, bin ich gedanklich und im Gebet bei Ihnen, die Sie diese unvergessliche Andacht hingebungsvoll pflegen.

Im Jahr 2016 findet ein Jubiläum statt, wie es erst in 141 Jahren wieder der Fall ist, und ich bin mir dessen großer Bedeutung bewusst.

Umso mehr da für all meine Vorfahren, die Könige von Frankreich, die Ihrem Verein so sehr am Herzen liegen, nach Puy zu kommen stets ein Markstein für einen guten Neubeginn im ganzen Königreich war.

Der Besuch Karl VII z.B., der hier die Muttergottes um die Rettung seines Königreichs anflehte, ist uns ein Zeichen dafür. Besonders in diesem Jahr, da uns Johanna von Orleans Gegenwart so vor Augen geführt wird. Sie selbst hat ihre Mutter im Jahr 1429 hierher geschickt, da sie der Überzeugung war, dass ihre Sendung, das Land wiederauferstehen zu lassen, das fast gänzlich in die Hände des Auslands gefallen war, durch die wunderbare Fürsprache der Jungfrau von Puy-en-Velay befreit wurde.

puy.JPGIst aber dieser Neubeginn nicht auch heute aktuell in unserer so zerrissenen und unruhigen Gesellschaft ? Eine alte Welt am Ende des 18. Jahrhunderts verschwand, und eine neue Welt mit Sinn für Transzendenz und Einheit ist im Begriff sich zu bilden. Der Heilige Vater ruft danach in all seinen Schriften der jüngsten Vergangenheit. Die Jungen tragen hierzu höchst aktiv durch ihren ganzen Einsatz in der Gesellschaft bei, gemeinsam eine bessere Welt zu verwirklichen.

Viele haben dabei ihre Hoffnung auf die Jubiläumswallfahrt nach Puy-en-Velay gesetzt, und auch Sie beten währenddessen dafür, dass die Welt sich erneuert im Geist der Tradition unserer Väter und auch Frankreich den Sinn für seine Größe wiederfinde und damit den Geist seiner Bestimmung in der zivilisierten Welt und in allen Völkern wie auch die Macht der Taufgnaden.

Für all das sei Ihnen herzlich gedankt.

Auf dass Ihre flehentlichen Gebete zum Schutz Frankreichs werden mögen.

Ludwig, Prinz von Anjou

4 Juni 2016

(Übersetzung - Hoitsch.K)

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Quelle : HIER

11/05/2016

Moegen der heilige Ludwig und Johanna von Orleans unser Vaterland beschuetzen und an seine Mission erinnern !

Diesen Sonntag, den 8. Mai 2016 hat sich seine Koenigliche Hoheit Prinz von Anjou, de jure seine Majestät der Koenig Ludwig XX nach Poissy begeben, um an den Feierlichkeiten aus Anlass der Restaurierung der Statue seines Vorfahrn und Beschützers im Himmel, dem Heiligen Ludwig teilzunehmen : diese Statue war letztes Jahr durch einen Vandalenakt schwer beschaedigt worden; eine oeffentliche Mobilisierung hatte die Restaurierung möglich gemacht.

Bei dieser Gelegenheit, die mit dem landesweit gefeierten Fest der Heiligen Johanna von Orleans zusammenfiel, hatte der Prinz folgendes gesagt :

louis-xx-a-poissy-8-mai-2016.jpg

(Seine Hoheit Prinz von Anjou, de jure Seine Majestaet Koenig Ludwig XX, vor der restaurierten Statue seines Vorfahrn, der zugleich sein Schutzpatron ist; Kollegium Poissy, am 8. Mai 2016)

Rede Seiner koeniglichen Hoheit des Prinz von Anjou vom 8. Mai 2016 aus Anlass der Aufstellung der restaurierten Statue des Heiligen Ludwig im Kollegium von Poissy :

Ich wuenschte bei der erneuten Aufstellung der Statue des Heiligen Ludwig, die im selben Jahr, wo zahlreiche Staedte in Frankreich der Geburt Ludwigs IX, des Heiligen gedenken, beschaedigt worden war, anwesend zu sein.

Das Symbol war einfach zu augenscheinlich, um uebergangen zu werden. Um von uns uebergangen zu werden !

Der Heilige Ludwig wurde im Jahr 1214 geboren; also vor etwas mehr als achthundert Jahren, und er bleibt das Musterbeispiel fuer einen guten Herrscher. In seinen Werken wie auch niedergeschriebenen Worten hat er immer die Pflicht des Koenigs bei seinem Dienst am Untertan hervorgehoben.

13096317_1724199014523577_480052030998062223_n.jpgDies laesst sich auch im Gerichtswesen, das er einer Reform in Richtung groesserer Entsprechung zwischen Urteil und Schuld unterzog, erkennen; im Steuerwesen, das er im Sinne des Allgemeinwohls gerechter und uebersichtlicher machen wollte; der Sorge um die Gesellschaft, vor allem im Hinblick auf die Armen und Kranken.

Man braucht nicht darauf zu verweisen, dass das dankbare Volk ihn aufgrund seiner Verdienste allsogleich zum Heiligen machen wollte.

Von daher kommt es auch, dass man ihn zum Vermittler zwischen Mensch und Gott und Schutzherrn von Hunderten von Kathedralen, Kirchen und Kapellen gemacht hat, an deren Altaren man ihn verehrt. Dieser Heilige ist seinem Protektorat Frankreich wirklich sehr verbunden.

Es ist also hoechst bedeutsam, dass er in dieser Kirche von Poissy, wo er getauft und seine Statue aufgestellt wurde, noch mehr verehrt wird. Das darf nicht einfach durch den Hieb einer destruktiven Hand zunichte werden. So habe ich gleich nachdem ich von der wiederholten Zerstoerung erfahren habe, die Aufstellung einer neuen Statue des Heiligen Ludwig in seiner Kirche veranlasst, zumal sie bei meiner Huldigung gegenueber meinem Heiligen Ahnen dabei war.

Die Institution des Hauses Bourbon, anerkannt für seine Oeffentlichkeitsarbeit im Kulturbereich, erlaubt sich auf einen solchen Bedarf zu reagieren und ein Verfahren zu eroeffnen, auf das sich dessen Mitglieder wie auch andere betroffene Vereine als grosszuegig erwiesen haben. Ich bedanke mich aufs herzlichste bei ihnen.

13139086_1724199247856887_3325831881942449338_n.jpgDas Maezenatentum ist notwendig in einem Land, das ueber zahlreiche Zeugen seiner Vergangenheit verfuegt, das aber auch ueber den derzeitigen Stand sowie den manchmal traurigen Mangel an Praesenz im Bilde ist. Ohne Zweifel waere die Schaffung einer neuen Statue ohne das Talent, die Geduld und Kunst Pierre-Charles Mouterde, der unter den Hunderten verstreuten Scherben jedes Stueck zuzuweisen wusste und das Werk wiederherstellen konnte, nicht moeglich gewesen. Derart setzt dieses Objekt, das schon von frueheren Generationen verehrt wurde, die Froemmigkeit der Getreuen bis dato fort, und ist somit ein schoenes Symbol christlicher Einigkeit seit Generationen, die zu einer Familie werden. Und ist damit auch ein schoenes Symbol jenes grossen irdischen Koenigs aus der Vergangenheit und zugleich grossen Heiligen im Himmel.

Danken wir daher auch Vater Courtois, der diese Feier veranstaltet hat. Das dafuer gewaehlte Datum ist zugleich nicht zufaellig das Fest der Nationalheiligen Johanna von Orleans und beweist damit, dass in Frankreich Glaube und Verehrung der christlichen Werte die staerksten Pfeiler des oeffentlichen Lebens ausmachen. Auf dass bei der Wiedererrichtung der Statue des Souveraens, der in Poissy geboren und getauft wurde, der Heilige Ludwig und die Heilige Johanna von Orleans unser Vaterland schuetzen und an seine Mission erinnern !

Ludwig, Prinz von Anjou

01/05/2016

Deutsch-französische Marienwallfahrt

Samstag 21 Mai 2016 - Saint-Avold (Lothringen)

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Programm

01b-ndbs-red.jpg10h00 : Levitiertes Hochamt in der überlieferten Liturgie (die außerordentliche Form des römischen Ritus) in der Abteikirche zu Saint-Avold. Prozession zur Maria-Hilf Basilika mit Rosenkranzgebet.

12h30 : Warmes Mittagessen - 15 Euro (Reservierung vor dem 7 Mai)

14h00 : Zeit zur Erholung - Möglichkeit zum Empfang des Primiz-Segens

15h00 : Gleichzeitige Vorträge in Französich und Deutsch.

16h00 : Kaffe-Kuchen im Foyer Notre-Dame - 6 Euro

17h00 : Feierliche Vesper mit sakramentalem Segen

 

Geschichte der Wallfahrt

 

01-chevet.jpgSaint-Avold als Wallfahrt zu Ehren der allerseligsten Jungfrau ist weit über die Grenzen der Diözese Metz bekannt. Die Gottesmutter wird hier unter dem Titel : "Maria- Hilfe der Christen" angerufen.

Die Wallfahrt zum Gnadenbild geht zurück bis in das 16. Jahrhundert. Damals errichteten die Benedikter der Abtei St.Avold an gleicher Stelle eine Kapelle zur Erinnerung und Dankarbeit gegenüber der Mutter des Erlöser, welche die Reformation in St.Avold nicht Fuß fassen ließ. Die Frauen des Ortes verjagten die Neuerer damals aus der Stadt.

Die Wallfahrt wuchs stetig, sodass die Kapelle mit der Zeit zu klein wurde. So beauftragte die Abtei 1685 französiche Architekten, die unter der Leitung von Vauban, in Saarlouis erbreiteten, mit einem Neubau.

In den Wirren der französichen Revolution wurden die Beweise für viele erhörte Gebete und Krankenheilungen durch die Jakobiner 1793 verbrannt und die Kapelle vollständig zerstört.  Das Gnadenbild wurde durch Frau Simonin gerettet und in ein Versteck gebracht, bis die Tyrannei der Revolution beendetet war. 1805-1806 erstand ein neues Heiligtum, in welches man das Gnadenbild nach zehnjähriger Verbannung unter großem Ansturm der Pilger zurückbrachte.

Die Bedeutung der Wallfahrt nahm in der Folgezeit immer mehr zu, sodass die Kirche im jahre 1901 wieder erweitert werden musste. Am 31 August 1932 erhob Papst Pius XI, das Heiligtum zu einer Basilika minor. Ein einzigartiges Ereignis in den Annalen des Bistums Metz.

 

Informationen und Reservierung : Hier

30/04/2016

Marienfloss, die Quelle des Rosenkranzes in Lothringen

1.jpgLiebe Freunde, liebe Leser,

Der Monat Mai ist der Monat Mariens, der Königin des Himmels und Frankreichs. Ganz Frankreich hat das einst gewusst und Unsere Liebe Frau geehrt, indem es die Statuen, die sie darstellten, in den Heiligtümern schmückte. Die Frauen haben ihr, die man Königin der Familie nannte, zu Ehren Blumenkronen hergestellt. Es hing etwas Feierliches, Freudiges in der Luft und füllte die Stuben, und die Familien beteten jeden Abend pflichtgemäß den Rosenkranz.

In diesem Monat Mai, dem Monat Mariens ergreifen wir die Gelegenheit, uns mit dem Ursprung des Rosenkranzes in Lothringen auseinanderzusetzen. Unser Land ist so reich und fruchtbar, sodass es wohl wichtig ist, uns regelmäßig die Ereignisse, die unsere Geschichte ausmachen, wieder vor Augen zu führen. Das ist heutzutage sogar eine Pflicht um gegen jene, die an der « republikanischen Erziehung » festhalten, indem sie die Jugend Frankreichs von deren alten Wurzeln abschneiden, anzukämpfen.

Marienfloss ist ein lieblicher Ort von absolut himmlischer Schönheit und Pracht, in der Nähe von Sierck-les-Bains, zugleich ehemals Festung des Herzogtums Lothringen. Es war hier an diesem nunmehr völlig in Vergessenheit geratenen Ort, dass sich der Ursprung des Rosenkranzes befindet, den man mittlerweile allerdings zu Unrecht dem Predigerorden zugeschrieben hat ; wenn doch in Wirklichkeit die Urheberschaft auf die Kartäuser von Trier und Marienfloss zurückgeht zu Beginn des 15. Jahrhunderts (man erinnere sich, dass Sierck bis zur Revolution zur Diözese Trier gehörte). Zwar war die Rosenkranzandacht von den Predigerbrüdern verbreitet worden, aber der Ursprung findet sich bei uns in Marienfloss in Lothringen. Daran hatte sogar Papst Johannes Paul II selbst am 10. Oktober 1988 in der Kathedrale in Metz erinnert…


2.jpgIn einem einsamen Tal oberhalb des Bachs von Marienfloss (was « Bach Mariens » heißt) gibt die kleine Kapelle an diesem Ort anhaltend ein inniges Zeugnis dieser Rosenkranzgeheimnisse. An diesem Ort erhob sich einst eine kleine Kirche, die bereits zu Anfang des 13. Jahrhunderts erbaut worden war. Leider wurde dieses Gebiet im 17. Jahrhundert während der Schrecken des Dreißigjährigen Krieges zerstört, und dann wiederum während Revolution, die man die « Französische » nennt. Einige wenige Relikte blieben uns erhalten; heute erhebt sich nur eine Kapelle, wo der Pilger folgende Inschrift in Stein gemeißelt findet : « Marienfloss, Quelle lebendigen Wassers, aus der der Rosenkranz sprudelt ».

Im Jahr 1415 ließen der Herzog von Lothringen Karl II und vor allem seine fromme Gemahlin Margarita von Bayern die Kartäuser nach Marienfloss kommen, die die Zisterzienser, die das Gebiet verlassen hatten, ablösten. Schnell fand die junge Herzogin heraus, dass sie der Gemahl betrog. Dermaßen erniedrigt beschloss sie, das Schloß zu verlassen und in der Burg Sierck Zuflucht zu suchen. Sie erinnert sich, dass sie vor kurzem am Hof einen jungen Adeligen, Adolf von Essen getroffen hatte, der eine vielversprechende Karriere vor sich hatte, es aber vorzog, sich als Kartäuser einzukleiden. Dies war auf das Gebet der Kartäuserin von Saint Alban von Trier zurückzuführen, und Margarita von Bayern ließ ihn nach Marienfloss kommen, wo er sich mit seinem Schüler Dominique von Preußen niederließ. Dieser junge Geistliche war von ihm in die rechte Weise des Rosenkranzbetens eingeweiht worden. Dominique kann man als Erfinder der Gesätze, also der Themen des Betrachtens ansehen, denn bis dahin hatte man einfach nur die Gegrüßet seist du Maria aneinandergereiht. Es war also als Hilfe zur Überwindung der Prüfungen für die Herzogin gedacht, dass Adolf von Essen ihr zum Gebet zu Maria riet, denn hatte nicht Jesus selbst seine Jünger seiner Mutter anvertraut ? War unsere Herzogin von Lothringen die erste Weltliche, die den Rosenkranz betrachten sollte? Auf jeden Fall wurde sie dessen glühende Anhängerin mit Breitenwirkung !

Adolf von Essen nannte dieses Gebet « den kleinen Rosengarten Unserer Lieben Frau ». Ein Gegrüßet seist du Maria verbunden mit dem Evangelium ist eine Rose, die man der Jungfrau darbringt. Zehn Gegrüßet seist du Maria bilden einen Strauß, fünfzig flechten sich zu einer Krone aus Rosen für sie. Die hundertfünfzig Gegrüßet seist du Maria des Psalters ergeben rund um Maria herum einen wunderbaren Rosengarten, einen Rosenkranz. Mit dem betrachtenden Rosenkranz gemäß dem Leben unseres Herrn wird Maria mit Jesus auf dieselbe Weise vereint wie Maria durch dieses Gebet zu Jesus hinführt.

Die Andacht von Marienfloss sollte sich ins Herzogtum Lothringen, dann später ins Königreich Frankreich und schließlich in die ganze Welt verbreiten.

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