Ok

En poursuivant votre navigation sur ce site, vous acceptez l'utilisation de cookies. Ces derniers assurent le bon fonctionnement de nos services. En savoir plus.

23/02/2016

Geschichte der östlichen Moselregion – Interview mit dem Archivar von Saint-Avold

Pascal Flaus: « Nach 1918 wurden die Elsass-Lothringer verachtet ».


Arnaud STOERKLER, Journalist bei « La Semaine » : 17/10/21014.

 

05_Willhelm-II_LW.jpg« Die Elsass-Lothringer, die im Jahr 1914 in die deutsche Armee eingegliedert waren, sind bei ihrer Rückkehr nach Frankreich mit Verachtung gestraft worden », behauptet Pascal Flaus, der Organisator einer Ausstellung über den Großen Krieg, die im Archiv in Saint-Avold bis 3. Oktober zu sehen ist. Der Historiker ruft diese Tatsache, die im Land, das sich einzig als Sieger im Jahr 1918 sieht, wenig im Bewusstsein ist, in Erinnerung.

Warum haben Sie in Ihrer Ausstellung den Schwerpunkt auf das tägliche Leben in Saint-Avold zwischen 1914 und 1918 gelegt ?


Pascal Flaus, Archivar : Wir wollen nicht zum wiederholten Mal die militärischen Ereignisse von 1914-1918 im Rückblick zeigen. Der Zweck dieser Ausstellung ist, den Großen Krieg näher zu erklären, der Frankreich zutiefst geprägt hat, um dann im Anschluss die Besonderheiten in der Mosel-Region aufzuzeigen, die in diesem Konflikt eine Rolle spielten. Mit der Annexion des Elsass und eines Teils Lothringens durch die Deutschen im Jahr 1871 (siehe unten), hat sich Saint-Avold germanisiert und den Charakter einer Garnisonsstadt angenommen. Es hat bis 1914, als es zur Kriegserklärung zwischen Frankreich und Deutschland kam, einen Aufschwung genommen. 73 Naborier (Naborien : Gemeinde in der Moslelregion) sind dem Konflikt zum Opfer gefallen, weiters 212 deutsche Soldaten, die sich in der Stadt aufhielten. Nur wenige Leute wissen das, aber 380.000 Elsass-Lothringer haben während des Großen Krieges in der deutschen kaiserlichen Armee gedient. Die Zahl der Deserteure unter ihnen war vergleichsweise gering : nur etwa 1.000 bis 2.000 gemäß Schätzungen.


Die Elsass-Lothringer in dieser deutschen Armee haben also nichts mit den « Malgré-Nous » (wider unseren Willen) im Zweiten Weltkrieg zu tun ?


P.F : Heutzutage verwechselt man oft den Ersten und den Zweiten Weltkrieg, und assoziiert diese Soldaten der kaiserlichen Armee mit den « Zwangsrekrutierten » von 1939-1945. Einhundert Jahre nach dem Beginn dieser Ereignisse muss man, meine ich, eine augenscheinliche Tatsache in Erinnerung rufen : im Jahr 1914 war die Einwohnerschaft von Elsass und einem Teil Lothringens seit mehr als vierzig Jahren deutsch. Für die jungen Rekruten, die alle in die kaiserliche Schule Deutschlands gegangen waren, war es völlig normal, auf Seiten der Deutschen in den Kampf zu ziehen. Außerdem war das Kaiserreich Wilhelms II nicht zu vergleichen mit dem Deutschland des Zweiten Weltkriegs : ersteres hatte noch sowas wie eine Verfassung in Grundzügen, zweiteres ist eine Nazidiktatur. Schließlich wurden die Elsass-Lothringer der deutschen Reichsarmee nicht alle an die russische Front geschickt, wie es die « Zwangsrekrutierten » großteils waren. In Saint-Avold zum Beispiel war nur die Hälfte der Soldaten entsendet; die andere Hälfte hat an der Westfront gegen Franzosen gekämpft.


Wie ist man auf lokaler Ebene mit dieser besonderen Situation umgegangen ?


P.F : Viele Soldaten, die zu Ende des Krieges zurückkamen, haben niemals oder wenig darüber gesprochen und ihre Erinnerungen mit ins Grab genommen. Das Elsass und die Moselregion sind im Jahr 1918 wieder zu Frankreich gekommen und oft verachtet worden, und haben wiederum wegen ihrer beschämenden Erfahrungen selber auch ein schlechtes Gewissen gehabt.
Diese Beschämung blieb aufrecht: unsere Ausstellung zeigt das Leben einer Kleinstadt im « Reichsland », nämlich Saint-Avold zwischen 1914 und 1918 anhand einer Reihe von ca. 30 Dokumenten aus dieser Zeit, die bei Einzelpersonen gefunden wurden. Ich habe mich zu einigen begeben und dabei in einen Teil ihres Familienarchivs Einsicht bekommen, leider ohne jedoch alle für unseren Rückblick zu bekommen; einige wollten einfach nicht ihr Leben, einen Teil ihrer Geschichte preisgeben. Wir haben aber auch mit ca. einem Dutzend Saarländern Verbindung aufgenommen, die sich viel offener zu diesem Thema gezeigt haben.


Entgegen den « Zwangsrekrutierten » ist die Zerrissenheit der Elsass-Lothringer zwischen 1914-1918 viel weniger bekannt in Frankreich. Warum?


P.F : In den Schulbüchern liest man vom Großen Krieg mit der französischen Brille und nicht mit der Elsässer oder der Moselregion. Die französische Republik hat sich gegenüber diesen Soldaten immer geziert und niemals die Hand zur Versöhnung ausgestreckt : sie wurden niemals wie die « Poilus » = « Behaarten » (= die französischen Frontkämpfer im ersten Weltkrieg), wie die ‚wahren französischen Soldaten des ersten Weltkriegs genannt wurden, anerkannt.
Viele konnten nicht die Anerkennung als Veteran bekommen. Im Jahr 1995 hat Präsident Jacques Chirac die Feierlichkeiten des 11. November genutzt, um die Ehrenlegion allen diesen Veteranen der Jahre 1914-1918, die noch am Leben waren, offiziell wiederherzustellen. Aber die Elsässer und Moselbewohner waren von dieser Vergünstigung ausgenommen.


Die Gründe für diese Vernachlässigung sind also auch politische ?


P.F : Das Gefühl der Vernachlässigung kann man seit den Verträgen von Frankfurt am Ende des Krieges von 1870-1871 bereits finden, als das Elsass und ein Teil Lothringens an Preußen abgetreten wurden (die Gründung des deutschen Reichs wurde im Jahr 1871 ausgerufen) : diese Aufgabe wurde von der Nationalversammlung, die in Bordeaux zusammentrat vertragsmäßig festgehalten. Die Abgeordneten von Elsass-Lothringen verließen aus demonstrativem Protest die Versammlung, blieben aber in Frankreich und überließen ihre Verwaltungsbezirke ihrem Schicksal. Man erinnere sich, dass dieser völkerrechtliche Vertrag nicht unter Zwang entstand : die französischen Abgeordneten haben die Abtretung dieser Gebiete demokratisch abgestimmt, die zu jener Zeit durch alle europäischen Mächte anerkannt wurde. Die Einwohner Elsass-Lothringens hatte niemals darum gebeten, sie verdienen daher, als gleichberechtigt anerkannt zu werden, nämlich innerhalb der Wahl, die sie hatten. Diese Soldaten waren nicht « Zwangsrekrutierte », außer man bezeichnet damit einen anderen Sachverhalt größerer Dimension: jenen aller dieser Bauern, Kaufleute und anderer Staatsbürger Frankreichs und Deutschlands, die in der Armee in einem Krieg dienten, den sie nicht unbedingt gewollt hatten.

 

Ursprunglicher Text : HIER

12/02/2016

Die Hilfe zur Rettung der modernen Gesellschaft finden wir in den kulturellen Brauchtümern und in der katholischen Tradition.

erzengel-michael.jpgDie Menschen verstehen die Probleme der modernen Gesellschaft nicht, solange sie nicht selber Opfer sind. (Trennung, Scheidung, Selbstmord, die Suche nach ewiger Jugend, ,Ichbezogenheit, Verlassenheit und die Ablehnung des Alters). Diese menschlichen Probleme sind miteinander verflochten und werden in einem endlosen schrecklich perversen Kreis verbunden. Diese menschlichen Probleme resultieren aus dem Glaubensverlust, Verlust der Demut, Demoralisierung, Verlust der Vorstellung von Gut und Böse, Ablehnung von Autorität (Grundsatz der Revolution = Ablehnung Gottes). Zerbrechen von Familien, Idividualismus,Selbstzufriedenheit, man will ein freies Leben führen ohne sich zu binden, Atheistischen Materialismus, Liebe = Trennung von Sexualität und Fortpflanzung, Selbstbefriedigung, Empfängnisverhütung, Abtreibung. Das ganze wird von einer massiven Einwanderung gekrönt um die Unfruchtbarkeit zu kompensieren. Die Liste aller Übel, die unser Abendland zu zerstören drohen, ist sehr lang.

Was ist der Zweck von all dem Wahnsinn ? Eigentlich passiert es genauso, wie es sich durch die ganze Bibel vollzieht. Wenn Menschen von Gott sich abwenden, passieren all diese schlimmen Zustände, Sodom und Gomorra sind das bekannteste Beispiel, meistens erfolgt ein Strafgericht von Gott, wenn das Maß voll ist. Eine sehr moderne Gesellschaft basierend auf der Grundlage der individuellen Rechte (als einziges Menschenrecht), ist auf Dauer niemals lebensfähig.

Die Lösung ist eine Wiederbelebung katholischen Tradition. Die katholische Tradition bietet alle Tugenden, die Gott wohlgefällig sind und Gott die Menschen und ihr Land wieder segnet. Der Mensch selber wird in seiner Seele wieder gesund und somit die ganze Gesellschaft.
Die traditionelle Gesellschaft versteht es Aufgaben im Sinne von Recht und Ordnung zu behandeln und zu lösen.

Reny_F

28/01/2016

Verdächtige Begleitumstände beim Tod von Alphonse de Bourbon !

prince-alphonse-de-bourbon-duc-danjou.jpgAlphonse de Bourbon ", Herzog von Bourbon", "Herzog von Burgund" und der Herzog von Cadiz und "Herzog von Anjou" war der Führer des Hauses Bourbon, den er war der älteste. Er hatte sowohl die französische wie auch spanische Staatsbürgerschaft und in seinen französischen Pass war der Titel "Herzog von Anjou" eingetragen mit dem Prädikat der Königlichen Hoheit.

In Frankreich gilt der Höflichkeitstitel "Herzog von Anjou" den legitimistischen Anhängern zugleich als 'Königliche Hoheit' und damit berechtigt zur Wiederherstellung der Monarchie, also um zu herrschen, als Erbe der Könige von Frankreich. Tatsächlich war er der älteste lebende männliche Nachkommen von Hugo Capet nach dem Recht der Erstgeburt.


Biographie

Alphonse de Bourbon ist der älteste Sohn von Jacques-Henri de Bourbon und seine erste Frau Emmanuelle de Dampierre, Tochter von Roger de Dampierre.

Am 25. November 1950 bekommt er von seinem Vater, Jacques-Henri de Bourbon, dem ältesten Sohn von König Alfonso XIII den Titel "Herzog von Bourbon und Burgund".

Am 19. Juli 1969, wird dies erneuert, indem er einen Brief an Francisco Franco schickte, und damit seinen Verzicht auf den spanischen Thron zugunsten seines Neffen, König Juan Carlos I erklärte: "für das Gemeinwohl von Spanien, Frieden und Wohlstand des spanischen Volkes. "

Am 23. Juli 1969 in Madrid unterzeichnet Alphonse de Bourbon seinerseits eine Annahme zur Ernennung seines Cousins Juan Carlos als künftigen König von Spanien durch Francisco Franco.

Am 8. März 1972 hieratet er in der Kapelle des Prado-Palasts Maria del Carmen Martínez-Bordiú y Franco, Tochter von Cristóbal Martínez-Bordiú, Marquis von Villaverde und Carmen Franco, der Tochter des General Francisco Franco. Aus dieser Ehe hat er zwei Söhne, Francis und Louis-Alphonse.

mariage.jpg



Am 20. März 1975, nach dem Tod seines Vaters in St. Gallen, wurde er der ältere Kapetinger; damit ist er der Leiter des Hauses Bourbon, zugleich König von Frankreich gemäß dem Anspruch der Legitimisten und seit dem 3. August 1975 Träger des Titels "Herzog von Anjou", wie es sein Vater ab dem Jahre 1946 getan hatte.

Am 5. Februar 1984 erlitt er einen schweren Autounfall, der das Leben seines ältesten Sohnes Franz von Assisi kostete. Er wurde auf seinen Antrag in Frankreich, in Paris behandelt.

Aktivitäten als Ältester des Hauses Bourbon :

Ab Ende 1984, nach monatelangem Krankenhausaufenthalt mit Rehabilitation, lebt er zwischen Madrid und Frankreich; es kommt zu Vernetzungen und Begegnungen, Austausch mit französischen Behörden und Franzosen, die die Institution des Hauses Bourbon unterstützen.

Im Jahr 1987 bei mehreren offiziellen Gedenkfeiern des Kapetinger Millenniums nimmt er als Ältester der Nachkommen von Hugo Capet, dem Gründer des Hauses der Kapetinger im Jahr 987 teil.

Tod :

Im Jahr 1989, beim Testen einer Skipiste für das WM-Skirennen in Beaver Creek, trifft er bei voller Geschwindigkeit auf ein Kabel, das über die Strecke gezogen ist und ihn tödlich am Hals verwundet. Es ist offen, ob es sich um Mord oder tragischen Unfall handelt. Er starb kurz danach und wurde in Madrid in der Klosterkapelle der Königlichen Unbeschuhten neben seinem ältesten Sohn begraben.

Nach der Totenmesse, am offenen Grab von Prinz Alphonse wird der Kaplan Christian-Philippe Chanut das Gebet der Liturgie der Könige von Frankreich sprechen. Dann hielt er die Laudatio auf Prince Alphonse in der Saint Denis Basilika.

Das Doppelgrab trägt die Symbole Frankreichs : drei fleurs de lis in Gold auf azurblauem Grund.


Aphonse-et-Louis-de-Bourbon.jpgAls er am 30. Januar 1989 starb, wird sein jüngster Sohn, Louis, der den legitimistischen Anspruch auf den Thron von Frankreich unter diesem Namen erbt, zu "Louis XX".


Französischer dynastischer Streit.


Alphonse de Bourbon wurde von den Legitimisten zum Nachfolger der Könige von Frankreich und Navarra unter dem Namen "Alfonse II" bestimmt, was von den Orleanisten, die inzwischen Henri d'Orléans unterstrützten, bestritten wurde. Die Orleanisten insbesondere argumentieren mit der Freistellung in Utrecht von Philip von Frankreich, direktem Vorfahren von Alphonse de Bourbon. Seiner Rechte auf den Thron von Frankreich verlustig, durch einen "Mangel pérégrinité" beeinflusst von fremden Fürsten "ohne Geist zurück, "und ein "Zusammenschluss" de facto erfolgte im Jahre 1883 nach dem Tod des Grafen von Chambord zwischen Orleanisten und Legitimisten jener Zeit.

Die Legitimisten argumentieren im Gegenteil, unter der monarchischen Ordnung, genau genommen, insbesondere Erbrecht durch männliche Erstgeburt-Regel und Nichtverfügbarkeit der Krone, eine Nichtigkeitsfreistellung während der Zeit des Vertrags von Utrecht.

27/01/2016

Ansprache Seiner Durchlaucht Ludwig von Bourbon, Herzogs von Anjou

- Die Idee des Königtums ist immerzu notwendig und lebendig: in Frankreich stirbt der König niemals…
- Solange es noch einen direkten Nachkommen Hugues Capets gibt, der einer zum Zeitpunkt der Geburt gültigen katholischen Ehe entstammt, gibt es in Frankreich einen König.

Dies ist der Text der Ansprache, die Seine Durchlaucht Ludwig von Bourbon, Herzog von Anjou, de jure Ludwig XX  diesen Sonntag, den 24. Jänner 2016 nach der Messe, die gemäß der Tradition am nächsten Sonntag zum 21. Jänner in der Sühnekapelle in Paris gefeiert wird, gehalten hat.
Wir erlauben uns, gewisse Passagen, die uns besonders wichtig erscheinen, fett gedruckt zu zeigen.
Seine Durchlaucht Ludwig XX,  Herzog von Anjou vor dem Grabmal Ludwigs XVI in der königlichen Basilika Saint-Denys.

_________________________________

Liebe Freunde,


Wir sind heute hier versammelt, um des 223. Jahrestags der Ermordung des Königs Ludiwg XVI zu gedenke, einen Tag nach einem Prozess dessen Urteil von vornherein beschlossen war. Frankreich durchlebte darauf dramatische Tage, und dieser Tod des Monarchen würde bedauerlicherweise nur der erste einer langen Liste sein.


louis-xx-devant-le-cenotaphe-de-louis-xvi-a-la-basilique-saint-denys.jpgAber mir scheint, dass die Zusammenkunft über zweihundert Jahre nach diesen Ereignissen nicht ganz unverfänglich ist. Die Beispiele sind nicht ganz präsent in unserem Bewusstsein. Sie sind es umso weniger, als die Messe, der wir gerade beiwohnten, und für die ich den Beteiligten danke, keineswegs einzigartig ist. Es gibt in der Tat eine ganze Reihe von Messen, die um den 21. Jänner herum gefeiert werden. Dies nicht nur in Frankreich sondern auch im Ausland (denn auch in Belgien, in der Schweiz, in den USA finden Feierlichkeiten zu Ehren des Märtyrerkönigs statt). Diese Feierlichkeiten sind wichtig, und ihre Bedeutung geht weit über Gedenkfeiern hinaus. Nur der Tod des Königs ist Anlass, sich diese Ereignisse Jahr für Jahr wieder vor Augen zu führen. Die Generationen vergehen, aber das bleibt bestehen. Es handelt sich hiebei eigentlich um ein nationales Ereignis, und es ist nicht weiter erstaunlich, dass es sich Jahr für Jahr im Fernsehen und im Rundfunk wie auch in der Presse, seien es nun Zeitungs- oder digitale Artikeln, wiederfindet, obwohl die Medien ansonsten der Monarchie durchaus nicht sehr wohlgesonnen sind.

Dies gibt diesem Umstand eine weitere Dimension. Wir gedenken nicht einfach eines tragischen Vorfalls. Der Tod des Königs ist von einer anderen Art.

Er betrifft im tiefsten jeden von uns, jeden von euch. Nicht nur weil wie ich in der Einführung gesagt habe, die Gerechtigkeit den menschlichen und parteiischen Leidenschaften geopfert wurde, sondern auch weil er ganz und gar gegen die Grundfesten des französischen Geistes verstößt.

Er ist ein zerstörerisches Werk. Er hat in unserem Leben, unseren Herzen und unseren Familien wie auch in der Gesellschaft eine Leere hinterlassen. Sie ist nun, da sie ihren legitimen natürlichen Anführer verloren hat, außer Tritt. Aber eine Gesellschaft, ein Staat, hat wie das Einzelwesen darauf Anspruch, zu wissen, woher es kommt, und wohin es geht; seine Suche ist immerzu eine philosophische und geistige. Die Gesellschaft kann sich nicht mit Herumlavieren abfinden; was an einem Tag die Wahrheit ist, am nächsten dann schon nicht mehr sein soll. Im Gegenteil hat sie Anspruch auf Gewissheit. Die Jugend umso mehr. Diese bei den Feierlichkeiten zum Gedenken Ludwigs XVI anwesend zu sehen, bestätigt, dass es das Bedürfnis nach der absoluten Wahrheit gibt. Die Jugend liebt nicht die falschen Ideologien. So sie bereit ist, sich einer Sache hinzugeben, wird es nicht für einen leeren Wahn sein; sondern für das Wahre, Gute, Schöne. Denn sie hat Glauben, und auf diesen Glauben setzt sie ihre Hoffnung.

Man muss daher die Ermordung des Königs, die uns hier vereint, nicht nur als gemeinsames Gedenken an ein tragisches Ereignis einiger weniger sehen, sondern an einen Aufruf, darüber nachzudenken, wie wir es in der Zukunft haben wollen. Der König ist nicht umsonst gestorben. Sein Opfer, das er an- und auf sich genommen hat, war zugleich eines vieler Franzosen; sein Opfer, das bemerkenswerterweise in einem öffentlichen Prozess abgehandelt worden war, ist ein Akt, aus dem sich die Wahrheit als solche wieder erweisen wird, nachdem Frankreich eine Spirale der Entchristlichung betreten und damit den Weg des Materialismus und Individualismus beschritten hat, deren große Gefahr wir gerade jetzt eben sehen.

Die Enthauptung des Monarchen hat diese besondere wichtige Verbindung zwischen dem König und seinem Volk durchtrennt; zwischen dem Volk und seiner Geschichte. Es ist diese Verbindung, die uns Jahr für Jahr zu den Gedenkfeiern zusammenkommen lässt. Es ist der Wunsch, die verlorene Sohnschaft wiederzufinden. Alle großen Nationen, von Großbritannien bis zu Japan, von Russland bis zur USA leben aus ihrer Geschichte heraus.

Indem Frankreich sich davon distanziert, wird es sich weiter verstümmeln und verirren. Seit beinahe zweihundert Jahren reiht sich Krise an Krise, einige darunter blutig, und Republik an Republik. Damit ändert sich nichts an der Leere, die ein Minister, und beileibe nicht der geringste, vor ein paar Monaten sogar ganz offen zugab, wobei er sich seiner philosophischen Ausbildung erinnerte !

Indem wir uns dieser Ermordung vor mehr als zweihundert Jahren erinnern, stimmen wir der Idee des Königtums als notwendig und lebendig zu. In Frankreich stirbt der König traditionsgemäß niemals. Er lebt fort.

Es liegt an den Franzosen, ihr wieder Leben einzuhauchen und ihre Wurzeln wieder zu finden. Aber dies darf nicht einfach nur der Form nach geschehen. Das Königtum ist keine Republik mit Krone versehen. Es ist vor allem eine ganze Reihe von bestimmten geteilten und gelebten Werten, denn aus diesen resultiert die Einheit zwischen all dem, was das Land ausmacht. Diese Werte sind ursprünglich direkt aus der christlichen Taufe Chlodwigs entstanden. Derzeit muss man sie wiederfinden und wieder gültig machen, jedoch sicher nicht mit Phrasen dreschen. Frankreich wird Schwierigkeiten überwinden und Prüfungen bestehen sowie wieder auf den rechten Weg seiner Bestimmung gelangen, indem es sich dessen, was es während seiner ganzen Geschichte hindurch angetrieben hat, wiederbesinnt.

Hinter der Ablehnung dieser Ermordung Ludwigs XVI zeichnet sich der Anspruch ab, dem Leben die Vorrangstellung zu geben, der Geburt anstatt dem Tod; das Bedürfnis der Familie alle ihre Rechte einzuräumen, insbesondere bei der Erziehung der Kinder. Denken wir nur an Ludwig XVI, wie er in der Gefangenschaft seinem Sohn schrieb und ihn in Geografie unterwies. Was für ein Beispiel ! Hinter der Ablehnung des Todes des Königs tritt auch der Wunsch nach der wiedergewonnenen Souveränität, die zur Gewährleistung aller Freiheiten notwendig ist, hervor.

All das dürfen nicht nur hohle Phrasen sein, sondern muss mit Leben erfüllt werden. Es liegt an uns allen, dies in unserem Stand, im Beruf, in den Familien und im täglichen Leben umzusetzen. Viele Junge haben das bereits verstanden. Ihre Stimme ist zweifellos noch nicht genug hörbar, aber da sie die Zukunft sind, werden sie von den Wächtern von heute schnell zu den Akteuren von morgen mutieren.

Dies sind meine Wünsche, die ich zu Anfang des Jahres euch allen hier sowie allen Franzosen auf den Weg gebe. Für Frankreich.

Sie sind von Dankbarkeit begleitet. Danke an jene, die mir sowie meiner Familie ihre besten Wünsche gesendet haben; danke an jene, die heute an den Feierlichkeiten teilgenommen haben, den Mitarbeitern, aber auch an all jene, die bei der Vorbereitung und Ausführung mitgeholfen haben.

Möge der heilige Ludwig weiter über Frankreich wachen und der heilige Martin, dessen 1700. Jahrestag wir heuer gedenken, weiter seinen Einfluss darüber wirken lassen. Danke.


Ludwig, Herzog von Anjou